Der Klassiker geht an Piranha Chur

Anlässlich des Supercups standen sich heute Nachmittag Schweizer Meister und Cupsieger Piranha Chur und die Kloten-Dietlikon Jets gegenüber. Der packende Klassiker im Schweizer Frauen Unihockey liess auf eine spannende Affiche hoffen.

Die 1231 Zuschauern in der Saalsporthalle erhielten zu Beginn ein Spiel mit gegenseitigem Abtasten. Wer war bereit den ersten Schritt nach vorn zu wagen? Wer macht den ersten Fehler? Von Letzterem gab es in der Startphase einige. In der 9. Minute profitierten die Jets von einem Abwehrfehler der Büdnerinnen und konnten so durch Nationalspielerinnen Michelle Wiki mit 0:1 in Führung gehen. Die Zürcherinnen kamen nun immer gefährlicher vors Tor der Gegnerinnen. In der 17. Spielminute war es Andrea Gämperli, die Jill Münger im Tor von Piranha im hohen Eck erwischte. Gämperli kam nach einem Wechsel ungehindert zum Abschluss. Kurz vor Drittelspause erhielt Ellenor Bengtsson sogar die Chance auf drei Tore Vorsprung zu erhöhen, doch sie zögerte zu lange und wurde noch vor dem Abschluss gehindert.

Vom 0:3 zum 3:3

Im Mitteldrittel kam Chur immer zu besseren Chancen als noch im ersten Drittel, aber weiterhin schaute nichts Zählbares heraus. So waren es die Jets, die nach einen Konter durch Deborah Frei die Führung auf drei Treffer ausbauen konnte. Der Klassiker schien langsam auf eine Seite zu kippen, Flurina Marti hatte jedoch was dagegen. Zwei Minuten nach dem 0:3, erwischte Marti die Zürcher Torhüterin Monika Schmid mit einem satten Backhand-Schuss und verkürzte zur Spielmitte auf 1:3. Der Bann für Chur schien gebrochen zu sein. Die Jets bekamen mehr Mühe aus ihrer eigenen Hälfte zu kommen. So konnte in der 38. Minute der Ball nicht wie gewünscht nach vorne gebracht werden konnte und fiel stattdessen auf die Schaufel von Margrit Scheidegger. Diese fakelte nicht lange und passte direkt in die Mitte zu Chiara Rentsch, die nur noch zum 2:3 einschieben musste.

Der Schwung aus dem Mitteldrittel konnte Chur gleich zu Beginn des dritten Drittels mitnehmen. Seraina Ulber glich nur 55 Sekunden nach dem Anpfiff für ihre Farben aus. Doch der Ausgleich hielt nicht lange, gerade mal 17 Sekunden benötigten die Jets, um wieder in Führung zu gehen. Michelle Wiki erzielte dabei den zweiten persönlichen Treffer am heutigen Nachmittag. Wiki war es wiederum, die in der 46. Minute alleine auf Monika Schmid davonzog und knapp scheiterte. Das Spiel gestaltete sich langsam aber sicher zum ersehnten Klassiker und die zahlreichen Fehler zu Beginn des Spiels schwanden von Minute zu Minute. In der 49. Minute war es Corin Rüttimann die mit ein satten Schuss ins Netz die Partie wieder ausglich. Und so ging es in die Verlängerung.

Nicole Capatt erzielte den Siegestreffer

Andrea Gämperli verpasste nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff der Verlängerung den Matchball, nachdem sie den Ball vor dem Tor nicht ins Netz befördern konnte. Auch Michelle Wiki scheiterte wenige Sekunden später an der starken Jill Münger im Tor der Bündnerinnen. Die Jets drückten vehement und waren nahe am Siegestreffer dran, doch dann entwischte Seraina Ulber und setzte Nicole Capatt in Szene, die mit dem ersten Abschluss in der Verlängerung für Chur sogleich den Siegestreffer für Piranha Chur erzielte.

Nach 2017 geht der Supercup 2018 wiederum an Chur. Siegestorschützin Nicole Capatt meinte nach dem Spiel: «Wir mussten im zweiten Drittel den Schalter umdrehen, wir waren stets einen Schritt zu spät und mussten aggressiver spielen. Der Sieg im Supercup zu Beginn des Saisonstarts bedeutet uns viel, so können wir mit viel Selbstvertrauen in die neue Saison starten.»

Mit gemischten Gefühlen äusserte sich Nationalspielerin und Captain der Jets Michelle Wiki: «Wir haben Piranha sicher stärken gemacht, nachdem wir die beiden Gegentreffer im Mitteldrittel zuliessen. Chur kam zurück und hatte wieder Selbstvertrauen getankt, wir liessen uns dadurch zurückdrängen. In der Verlängerung hätte die Partie auf beiden Seite kippen können.»


Piranha Chur – Kloten-Dietlikon Jets 5:4 (0:2, 2:1, 2:1, 1:0) n.V.

Saalsporthalle Zürich, 1231 Zuschauer, SR Friemel/Hasselberg

Tore: 9. Wiki (Bengtsson) 0:1. 17. Gämperli (Wolhauser) 0:2. 27. Frei (Martinakova) 0:3. 29. Marti (Ulber) 1:3. 38. Chiara Rentsch (Scheidegger) 2:3. 41. Ulber (Capatt) 3:3. 42. Wiki (Bengtsson) 3:4. 49. Rüttimann (Marti) 4:4.

Strafen: keine

Piranha Chur: Münger; Lusia Cotti, Catrina Cotti, Nieminen, Danuser, Luana Rensch, Marti, Gredig, Wieland; Aanerud, Scheidegger, Schneller, Capatt, Kühne, Dellagiovanna, Rüttimann, Ulber, Chiara Rensch, Buchli,, Rossier, Zwinggi

Kloten-Dietlikon Jets: Schmid; Bürgi, Klapitová, Rüegger, Luck, Frisk, Zwissler, Bügler; Gämperli, Wiki, Rieder, Frei, Pedrazzoli, Martinakova, Ackermann, Suter, Gerig, Wohlhauser, Metzger, Bengtsson

Bemerkungen: Chur ohne Waldburger (Ersatz), Jets ohne Räuftlin (Ersatz), Fauser und Enzler (abwesend). Best Player Andrea Gämperli (Jets) und Seraina Ulber (Chur).