Klubs geben reglementarisch grünes Licht für die Einführung des VAR

Anlässlich der Generalversammlung haben die Klubs der Swiss Football League der Einführung des Video Assistant Referee in der Raiffeisen Super League ab der nächsten Saison zugestimmt. Zudem bestätigten die Klubvertreter den Präsidenten Heinrich Schifferle und die bestehenden Komiteemitglieder in ihren Ämtern.

Die Arbeiten im Rahmen des gemeinsamen Projekts der Swiss Football League (SFL) und des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) zur Einführung des Video Assistant Referees (VAR) laufen im Hintergrund auf Hochtouren. Nun stimmten die 20 SFL-Klubs anlässlich der ordentlichen Generalversammlung in Bern der Einführung auch reglementarisch mit grosser Mehrheit zu. Damit kann der VAR in den Meisterschaftsspielen der Raiffeisen Super League (RSL) ab der Saison 2019/20 nach den Vorgaben der FIFA und des IFAB (International Football Association Board) eingeführt werden.
Die Kosten für den Live-Betrieb ab Sommer 2019 werden von der SFL getragen. Die davor entstehenden Aufwendungen in der Test- und Implementierungsphase bis zum Start der kommenden Saison werden über das Budget des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) geführt. Dieser Entscheid wurde anlässlich der gleichentags durchgeführten Sitzung des Zentralvorstands des SFV gefällt.
Investition für einen gerechteren Fussball
Erste Tests und Schulungen haben bereits im Oktober 2018 begonnen. Nun bleiben rund acht Monate für die Durchführung der umfangreichen, von FIFA und IFAB geforderten Tests. «Das Vorhaben ist ambitiös, dessen sind wir uns bewusst», bestätigt der CEO Claudius Schäfer und erklärt, warum die SFL den VAR in der Raiffeisen Super League umsetzen will: «Die RSL soll eine dynamische, innovative und konkurrenzfähige Liga bleiben. Der Fussball wird immer schneller und dynamischer. Deshalb sind die Spielleiter auf technische Unterstützung angewiesen.»
«Die Technologie hilft zudem, die Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten weiter zu fördern und ihre Chancen auf internationale Einsätze zu erhöhen», sagt Dani Wermelinger, Leiter Ressort Spitzenschiedsrichter des SFV. «Von dieser Qualitätssteigerung wird auch die Brack.ch Challenge League profitieren. Und letztlich macht der VAR den Fussball nachweislich gerechter. Das belegen Studien der FIFA und des IFAB.»
Auf organisatorischer Ebene laufen derzeit Abklärungen in Bezug auf den technischen Partner und den Standort des zentralen Video Operation Rooms. Die SFL wird in regelmässigen Abständen über die weiteren Fortschritte des Projekts informieren.
Wahlen Komitee
Anlässlich der ordentlichen Generalversammlung bestätigten die Vertreter der 20 Klubs zudem einstimmig den bisherigen Präsidenten Heinrich Schifferle für ein weiteres Jahr im Amt. Auch die acht bisherigen Komiteemitglieder wurden wiedergewählt.
Für das kommende Jahr präsentiert sich das Komitee wie folgt:
  • Präsident:
    Heinrich Schifferle, FC Winterthur (bisher)
  • Mitglieder:
    Bernhard Burgerner, FC Basel 1893 (bisher)
    Ancillo Canepa, FC Zürich (bisher)
    Jean-François Collet, FC Lausanne-Sport (bisher)
    Rocco Delli Colli, FC Rapperswil-Jona (bisher)
    Constantin Georges, Servette FC (bisher)
    Wanja Greuel, BSC Young Boys (bisher)
    Philipp Studhalter, FC Luzern (bisher)
    Claudio Sulser, FC Lugano (bisher)
Collet im Rennen um Präsidentenamt des SFV
Am 18. Mai 2019 wird an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fussballverbandes ein neuer Präsident gewählt. Peter Gilliéron tritt nach zehn Jahren ab. Der vom Komitee der SFL ernannte, offizielle Kandidat der Swiss Football League heisst Jean-François Collet. Der 50-jährige Waadtländer sitzt seit 2016 im Komitee der Liga und bekleidet dort das Amt des Vizepräsidenten. Collet war zwischen 2007 und 2013 Präsident des FC Lausanne-Sport. Heute ist er Direktor des Tennisturniers in Gstaad und hat weitere Mandate in der Sportvermarktung inne. Die Klubs der SFL unterstützten die Kandidatur einstimmig.
Datenplan für 2019/20 steht
Schliesslicht steht auch der Datenplan für die Saison 2019/20. Der Startschuss in die neue Spielzeit fällt am Wochenende vom 20. und 21. Juli 2019. Beendet wird die Meisterschaft am 20./21. Mai 2020. Die Termine für die Barragespiele sind für den 25. Mai 2020 (Hinspiel) und den 29. Mai 2020 (Rückspiel) vorgesehen.